Die Zukunft der Fleischbranche

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Die Zukunft der Fleischbranche

Am 14. und 15. November 2016 trafen sich unter dem Motto „Fakten – Märkte – Prognosen: Die Zukunft der Fleischbranche“ die Top-Entscheider aus Fleisch(waren)industrie, Lebensmittelhandel und Fleischerhandwerk zum 11.Deutschen Fleisch Kongress in Frankfurt. Hinter den Kongressteilnehmern liegen zwei spannende Kongresstage voller informativer Vorträge und Diskussionen auf der Suche nach der Antwort der allseits präsenten Frage „Wie geht es eigentlich weiter mit der deutschen Fleischbranche?“.

Gastartikel von Volker Köhnen, Vorstand The Food Professionals Köhnen AG

Zahlen, Daten, Fakten

Einen Einstieg in die aktuelle Marktlage lieferte Helmut Hübsch, Director GfK Panel Services Deutschland, direkt zum Kongressauftakt. Demnach hält sich der Konsum 2016 auf einem weiterhin hohen Niveau. Wurst ist fast in aller Munde – 99 % Käuferreichweite belegen, dass nahezu jeder Wurst konsumiert. Allerdings geht der Konsum unter den Wurstkäufern trotz sinkender Preise stetig zurück. Die Wurst verliert in Richtung Käse, der sich als Ersatzprodukt stärker etabliert als vegetarische Wurstvarianten. Ebenso gewinnen vegetarische Feinkostsalate und Fertiggerichte als Treiber des Fleischanalog-Sortiments.

Verbrauchertrends

Das Wissen der Konsumenten über Ernährung prägt ihr Konsumverhalten – daraus resultiert, dass aktuell ein Drittel aller Verbraucher ihren Fleischkonsum bewusst reduziert. Dabei unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Beweggründen für den Verzicht bzw. die Einschränkung: zum einen altruistische Motive (z. B. ethische und moralische Beweggründe wie bei vegetarischer und veganer Ernährung), zum anderen egoistische (z. B. persönliche Gesundheit). Trotz des gesunkenen Fleischkonsums konnte bei den vegetarischen bzw. Analog-Produkten von 2015 zu 2016 lediglich ein Zuwachs um 11 % verzeichnet werden – im Jahr zuvor waren es noch starke 30 %.

Potenzial Halal

Zur Relevanz von Halal-Fleisch in Deutschland referierte Prof. Dr. Dr. Roeb vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Grundsätzlich war dabei festzuhalten, dass die Bevölkerungsstruktur in Deutschland ein großes Potenzial für Halal-Produkte birgt. Allerdings sei das aktuelle Marktvolumen schwierig einzuschätzen, da dazu bisher keine konkreten Zahlen erhoben worden seien. Vorsichtige Schätzungen gehen jedoch von einem Markt von 800 Mio. € im Bereich Fleisch aus. Zum Vergleich: Fleischalternativen bzw. vegetarische Produkte haben hingegen nur ein Marktvolumen von etwa 150 Mio. €. Die bevorzugten Halal-Fleischsorten sind übrigens Lamm und Geflügel.

Wann ist eine Wurst noch eine Wurst?

Und wie weit kann man eigentlich eine Marke dehnen? Über die Motivation, als Wurstwarenproduzent ein fleischloses Warensortiment zu etablieren, und über dessen Umsetzung sprach Lothar Bentlage, Geschäftsleiter Vertrieb bei Rügenwalder Mühle. Auf der Suche nach Lösungen und Alternativen zum klassischen Wurstsortiment und durch den stärkeren Wettbewerb durch die eigenen Fleischwerke des Handels habe das Unternehmen einen starken Handlungsdruck verspürt.

Rückblickend sei auch die Entscheidung, den Handel frühzeitig in den Innovationsprozess einzubinden, maßgeblich am Erfolg der vegetarischen Range beteiligt. Die Supermarktketten sahen in den Produkten ein Profilierungsfeld im Wettbewerb zu den Discountern und begleiteten bereitwillig die Markteinführung.

Im Anschluss an den Vortrag von Lothar Bentlage wurde eine sehr kontroverse Diskussion um die Frage geführt, ob entsprechende vegetarische Produkte auch weiterhin die traditionellen Namen aus dem Handwerk tragen und sich „Wurst“ nennen dürften.

Die Zukunft der Fleischproduktion

Nachdem die Fleischproduktion in Deutschland nach dem Russland-Embargo zusammengebrochen war, wurden asiatische Märkte entdeckt und bearbeitet. Heute ist die Produktion wieder auf ursprünglichem Niveau angelangt. Der deutsche Markt selbst hat Grenzen und wird in Zukunft weiter schrumpfen, was vor allem daran liegt, dass der Fleischkonsum aufgrund des demografischen Wandels weiter abnehmen wird. Dementsprechend ist die Abhängigkeit von Märkten mit hohem Importvolumen nach wie vor sehr groß.

Von Tierwohl und Transparenz

Die Fleischindustrie befindet sich im Spannungsfeld zwischen Tierwohl, Verbraucherschutz und sozialer sowie ethischer Verantwortung. Das Leitbild in der Agrarwirtschaft ist geprägt von einer Bandbreite zwischen romantischer Landlust und sicheren Industrieprodukten. Als positives Beispiel in Sachen Verbraucherinformation startet Vion eine Transparenz-Initiative. Der Fleischkonzern will auf seiner neu veröffentlichten Online-Plattform regelmäßig aktuelle Ergebnisse amtlicher Untersuchungen und Audit-Berichte unabhängiger Stellen veröffentlichen und in den Dialog mit den Verbrauchern gehen.

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