Nestlé Zukunftsstudie: Wie is(s)t Deutschland 2030?

Nestlé Zukunftsstudie: Wie is(s)t Deutschland 2030?

Ernährungsgewohnheiten ändern sich, wie auch schon Hanni Rützler in ihrem aktuellsten Foodreport 2016 feststellte. Nestlé hat nun etwas weiter in die Zukunft geschaut und Aussagen zu möglichen Szenarios in 2030 in der  Nestlé Zukunftsstudie „Wie is(s)t Deutschland 2030?“ getroffen.

„Demographischer Wandel, sich verändernde Familienstrukturen, höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und ebenso höhere Anforderungen an Mobilität und Flexibilität werden Auswirkungen auf unsere Ernährungsgewohnheiten haben, sowohl auf das was, als auch auf das warum und wie wir essen“, sagt Renate Schmidt, Vorsitzende des Nestlé Zukunftsforums und Bundesfamilienministerin a.D.

Aber was ist den Verbrauchern in der Zukunft besonders wichtig, und wie werden sich heutige Trends weiterentwickeln? Nachfolgend können Sie die für Snack-Anbieter 5 wichtigsten Thesen lesen.

1. Ernährung wird zur Frage der Weltanschauung

„Ernährung wird zunehmend zu einer Frage der Weltanschauung. Wollen Hersteller den Wünschen der Verbraucher entgegenkommen, müssen sie, den individuellen Bedürfnissen und Wertvorstellungen entsprechend, für eine nachhaltige und gesunde Ernährung sorgen…“, sagt Gerhard Berssenbrügge, Vorstandsvorsitzender der Nestlé Deutschland AG.

Produkte werden zukünftig die eigenen Werte spiegeln. „Es wird nicht die eine Zukunft geben, sondern es werden unterschiedliche Entwürfe und auch Hybrid-Formen der in der Studie skizzierten Szenarien existieren. Ernährung wird so zunehmend zum Spiegel eines individuellen Lebensstils“, sagt Jens Krüger, Geschäftsführer von TNS Infratest. „Die zu beobachtende stärkere Werteorientierung im Zusammenhang mit Essen und Ernährung wird auch Fragen beim Konsumenten aufwerfen. Hier wird es darum gehen, Aufklärung zu leisten und den Dialog zum Verbraucher weiter zu intensivieren.“

2. Personalisierung – auch mit Hilfe von Technik

Platz zwei und drei mit jeweils 62 Prozent belegen in der Studie zwei Szenarien, die reflektierten Genuss und das Gemeinschaftserlebnis beim Essen ins Zentrum stellen. Im ersten Szenario wird Ernährung nach einem individuellen Gesundheitsprofil per Apps oder personalisierten Armbändern ausgerichtet. In dem anderen Szenario werden Lebensmittel des täglichen Bedarfs in der Regel online bestellt und geliefert. Personalisierung kann zukünftig auch in Bezug auf die Gesundheit und individiuellen Ansprüche ein Trend sein. Umgesetzt wird die Personalisierung auch hier mit Hilfe von Technik.

3. Kleine Versorgungsküchen und Gemeinschaftsküchen zum Essen im Event-Charakter

Supermärkte und Spezialitätengeschäfte dienen nur noch der Anregung, um neue Produkte kennen zu lernen. Gekocht wird immer weniger zu Hause, sondern gemeinsam in Großküchen in der Nachbarschaft. Essen bekommt somit Event-Charakter. Dadurch, dass vermehrt online eingekauft wird, werden persönliche Kontakte wichtiger, wie zum Beispiel in Gemeinschaftsküchen. Dadurch, dass weniger Zuhause gekocht wird, werden die Küchen immer kleiner. Dies hängt auch damit zusammen, dass Immobilien und Mieten immer teurer werden.

4. Ressourcenschonung ist angesagt

Wichtig ist in Zukunft vielen Menschen, Ressourcen zu schonen, werteorientiert einzukaufen und sich gesund zu ernähren. Algen und Insekten werden im Laufe der Jahre unter dem Blickwinkel der Ressourcenschonung konsumtauglich. Denn: Sie enthalten auch viele Proteine. Attraktiver werden diese Produkte aber sein, wenn sie in einem bekannten Gewand verzehrt werden, zum Beispiel verarbeitet in einem Burger.

Fünf unterschiedliche Zukunftsszenarien, von Experten in einem Co-Creation-Prozess entwickelt, konnten die über 1000 repräsentativ ausgewählten Verbraucher bewerten. Dabei fand ein Szenario, das Ressourcenschonung und eine gesunde Ernährungsweise kombiniert, besondere Zustimmung (65 Prozent). Als Symbiose zwischen Genuss und Rücksicht auf Tier und Natur, wird dann auch In-Vitro-Fleisch aus dem Reagenzglas von mehr als jedem dritten Befragten akzeptiert (36 Prozent).

5. Es wird Online gekauft, auch das Essen

Insgesamt halten es sechs von zehn Verbrauchern der Nestlé Zukunftsstudie zufolge für wahrscheinlich, dass Versorgungseinkäufe spätestens in 15 Jahren größtenteils online erfolgen. Gerne auch im Abonnement; bestimmt wird nur die Menge, der Inhalt wird vom Anbieter abwechslungsreich gestaltet (50 Prozent). Die zukünftige Rolle des stationären Handels sehen die Verbraucher in Inspiration durch Beratung und Verköstigung (61 Prozent).

12 Prozent der Verbraucher, die so genannten Zukunftsgestalter, zeigen sich besonders offen gegenüber innovativen Techniken, Ernährungsformen und Kochpraktiken. In dieser Gruppe sind sogar drei Viertel der Befragten der Überzeugung, dass das Gros der Lebensmitteleinkäufe online erfolgen wird und uns Apps beim Einkaufen helfen werden (74 und 73 Prozent). Für sie werden Mahlzeiten in Zukunft in der Regel unterwegs gekauft und verzehrt (57 Prozent), eher geliefert als selbst gekocht (56 Prozent) und Küchen dienen zu Hause nur noch zur schnellen Nahrungsaufbereitung. In-Vitro-Fleisch wird in dieser Gruppe fast von jedem Zweiten akzeptiert (47 Prozent).

Weitere Hintergründe zur Studie werden im nachfolgenden Video im Interview mit dem Geschäftsführer von TNS Infratest erläutert.

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