Eine neue repräsentative Studie zur Einstellung der Menschen in Deutschland zu pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln zeigt, dass 38% der Erwachsenen in Deutschland beabsichtigen, ihre Ernährung umzustellen und künftig mehr pflanzliche Lebensmittel zu sich zu nehmen. Die Studie des Good Food Institute Europe (GFI) zeigt, dass es in Deutschland Potenzial für weiteres Wachstum gibt: Insgesamt 51% der Befragten in Deutschland geben an, dass sie ihre Ernährung umstellen wollen, indem sie entweder weniger tierische Lebensmittel konsumieren (13%), mehr pflanzenbasierte Alternativen verzehren (17%) oder beides tun (21%).
Flexitarismus boomt in Deutschland

Gerade einmal 7% der Befragten bezeichnen sich als Veganer, Vegetarier oder Pescetarier, doch 39% geben an, Flexitarier zu sein, die nur wenig Fleisch essen und ihren Fleischkonsum aktiv reduzieren. Weitere 30% bezeichnen sich zwar grundsätzlich als Fleischesser, haben jedoch im vergangenen Jahr mindestens einmal zu pflanzenbasierten Alternativen gegriffen. Dabei haben in jeder Kategorie pflanzlicher Optionen (Fleisch, Milch, Käse, Eier usw.) mehr Verbraucher ihren Verzehr erhöht als reduziert. Im letzten Monat haben 25% der Menschen in Deutschland pflanzliches Fleisch und 30% pflanzliche Milch verzehrt. In der jüngsten Generation der Befragten (18 bis 24 Jahre) beschreiben sich insgesamt weniger Menschen als Veganer/Vegetarier oder Flexitarier/Pescetarier als in der nächst älteren Generation der 25- bis 34-Jährigen. Allerdings ist dies bei Frauen und Männern höchst unterschiedlich ausgeprägt.
Vielfältige Wege zur Ernährungsumstellung
Im Hinblick auf die künftige Ernährung identifiziert die Studie drei Gruppen von Verbrauchern, die eine Umstellung ihrer Ernährung planen:
- Mehr Pflanzen, weniger Fleisch und Milchprodukte (21%) – Menschen, die sich pflanzenbetonter ernähren und den Konsum von tierischen Produkten wie Fleisch und Milchprodukten reduzieren möchten. Dazu gehören viele Menschen, die einen gesünderen Lebensstil anstreben und abnehmen möchten.
- Mehr pflanzliche Lebensmittel (17%) – Menschen, die sich pflanzenbetonter ernähren möchten, ohne den Konsum von tierischen Produkten wie Fleisch und Milchprodukten zu reduzieren. Dazu gehören jüngere Menschen mit höherem Einkommen, oft Männer, die auf der Suche nach Proteinen und Ballaststoffen sind und Fitnessziele wie Muskelaufbau verfolgen.
- Weniger Fleisch und Milchprodukte (13%) – Menschen, die weniger Fleisch und Milchprodukte essen möchten, ohne auf mehr pflanzenbasierte Alternativen zugreifen zu wollen. Dabei handelt es sich tendenziell um etwas ältere Menschen, häufig verbunden mit dem Ziel, Gewicht zu verlieren.
Großes Potenzial für pflanzliche Alternativen

Die Studie zeigt, dass es noch Ausholbedarf bei den pflanzlichen Optionen gibt: Fast doppelt so viele Menschen geben an, dass ihnen tierische Fleisch- und Milchprodukte besser schmecken als pflanzliche Optionen. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis wird bei pflanzlichen Lebensmitteln nach wie vor schlechter bewertet. Zudem zeigt die Studie, dass weniger Menschen mit der Zubereitung von pflanzlichen Alternativen vertraut sind und es bei den Verbrauchern Unsicherheit bezüglich des Nährwerts gibt. Dabei zeigen Studien zu pflanzlichen Fleischprodukten, dass diese in der Regel reich an Proteinen sind, wichtige Ballaststoffe liefern und wenig Zucker und gesättigte Fette enthalten.
Über die Studie
Der gemeinnützige Think Tank The Good Food Institute Europe (GFI Europe) hat gemeinsam mit dem globalen Marktforschungsunternehmen HarrisX und dem Industriepartner Plant Futures 2.433 Menschen in Deutschland befragt, um Essgewohnheiten und Einstellungen zu tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln im größten Plantbased-Markt Europas zu untersuchen.
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