nemo Ernährungsmonitoring

Gastro Trends

Das Max-Rubner-Institut (MRI) hat die ersten Ergebnisse des neuen Nationalen Ernährungsmonitorings (nemo) veröffentlicht. In einer repräsentativen Online-Befragung wurden mehr als 3.000 Personen zwischen 18 und 80 Jahren zu ihrem Ernährungs- und Einkaufsverhalten befragt.

Positive Wahrnehmung der Gesundheit & Ernährung

Frau isst Backware
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Etwa zwei Drittel der Befragten bewerteten ihren Gesundheitszustand als gut bis sehr gut, über die Hälfte vergaben die gleiche Note auch für ihre Kochkenntnisse. Knapp die Hälfte fand die eigene Ernährung sehr gesund oder eher gesund. Allerdings zeigte sich eine deutliche Diskrepanz zwischen Selbsteinschätzung und den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Nur rund 35% gaben an, täglich Obst und Gemüse zu essen – die DGE empfiehlt fünf Portionen täglich.

Wahrnehmung und Realität beim Essverhalten

Junge Leute snacken gesund
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Diejenigen, die ihre Ernährung als gesund einschätzen, begründen dies vor allem mit einem hohen Obst- und Gemüseverzehr. Wer die eigene Ernährungsweise neutral einstuft, kombiniert gesunde Produkte mit Genuss ohne Einschränkung. Als ungesund bewerten Befragte ihre Ernährung vor allem dann, wenn Fleisch, Fertigprodukte und Süßwaren überwiegen.

Ernährungsformen in Deutschland

Gesunde Ernährung Brett zuschneiden verschiedene Menschen
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Rund zwei Drittel der Teilnehmenden ernähren sich nach eigener Aussage „mischköstlich“. Ein Viertel bezeichnet sich als Flexitarier, knapp 4% als Vegetarier und etwa 1% als Veganer. Auffällig ist die Diskrepanz zwischen Selbstauskunft und tatsächlichem Konsum: Etwa 75% der Befragten essen häufiger als zweimal pro Woche Fleisch – deutlich mehr, als die Flexitarier-Definition zulässt.

Einkaufskriterien im Fokus

Lebensmittelmarkt | snackconnection
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Beim Einkauf stehen Geschmack und Frische mit über 90% an erster Stelle. Etwa zwei Drittel legen außerdem Wert auf Saisonalität, Preis, wenig Verpackung, tiergerechte Haltung und geringe Verarbeitung. Mehr als die Hälfte bevorzugt Lebensmittel ohne Gentechnik, mit wenigen Zusatzstoffen, aus regionaler Produktion oder mit reduziertem Zucker-, Salz- und Fettgehalt.

Was bedeutet das für die Snackbranche?

Buddha Bowl Gemüse Tofu
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Die Studie zeigt zwei klare Trends: Erstens wächst das Bewusstsein für gesunde Ernährung, auch wenn die Umsetzung im Alltag oft hinterherhinkt. Snacks, die reich an Gemüse, Ballaststoffen oder pflanzlichen Proteinen sind, treffen den Nerv vieler Konsumenten. Zweitens spielen Einkaufskriterien wie Frische, Regionalität und Nachhaltigkeit eine immer wichtigere Rolle. Wer bei Snacks auf hochwertige Zutaten, frische Zubereitung und eine klare Kommunikation zu gesunden Aspekten setzt, kann sich positiv im Wettbewerb abheben. Flexible Angebote – von klassischen Snacks über vegetarische bis hin zu veganen Varianten – eröffnen zusätzliche Zielgruppen und sichern langfristig Umsatzpotenzial.

Hintergrund zur Studie

Die Online-Befragung „nemo Erwachsene“ wurde zwischen September und November 2024 mit 3.155 deutschsprachigen Personen durchgeführt. Die Stichprobe wurde bevölkerungsrepräsentativ nach Alter, Geschlecht, Schulbildung und Bundesland gezogen. Befragt wurden die Teilnehmenden zu Ernährungsgewohnheiten, Ernährungsformen, Einkaufsverhalten, nachhaltigem Konsum, Ernährungswissen und finanziellen Einschränkungen im Bereich Ernährung.

Weitere Insights in die Ernährungsgewohnheiten und Trends gibt es hier:

Gastro- und Foodtrends

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