Die süßen Backwaren der Balkanländer sind stark von den osmanisch-türkischen Süßspeisen beeinflusst. Sie werden oft mit Zutaten wie Walnüssen, Mandeln, Honig, Zucker und Zimt verfeinert und sind ein fester Bestandteil der Balkanküche.
Kadaif – Engelshaar-Dessert

Kadaif ist ein traditionelles Dessert aus der balkanischen, nahöstlichen und mediterranen Küche, das aus fein gesponnenem Teig besteht, der wie Engelshaar aussieht. Der Teig wird in einer Pfanne oder einem Blech zu einer Art Kuchen oder Rolle verarbeitet und oft mit Nüssen (wie Walnüssen oder Pistazien) gefüllt, bevor er in Zuckersirup eingelegt wird, um ihm eine süße und saftige Konsistenz zu verleihen.
Baklava – Filoteig-Gebäck mit Nüssen

Baklava wurde von den Osmanen in die Region gebracht und entwickelte sich zu einem festen Bestandteil der süßen Küche auf dem Balkan. Es handelt sich um ein süßes Gebäck, das aus mehreren Schichten sehr dünnen Strudelteigs besteht, der mit einer Mischung aus Nüssen (Walnüsse, Pistazien oder Mandeln) gefüllt und mit Zuckersirup oder Honig getränkt ist. Das in kleine Stücke geschnittene Gebäck ist außen knusprig und innen saftig und süß.
Urmašice – mit Sirup umhüllte Kekse

Hurmašice werden aus einem süßen Teig hergestellt, der nach dem Backen in süßem Sirupwasser getränkt wird, was ihnen eine weiche, süße und klebrige Konsistenz verleiht. In der Mitte befindet sich meist ein Stück Walnuss oder Dattel, daher der Name, denn hurma ist das bosnische Wort für Dattel. Der Teig wird vor dem Backen in zylindrische Formen gerollt, die dann mit einem Muster versehen werden, das z. B. mit einer Käsereibe eingedrückt wird.
Sheqerpare – Mandelküchlein

Eine weitere türkische Süßspeise, die sich auch auf dem Balkan verbreitet hat, ist Sheqerpare (übersetzt „Zuckerstückchen“), ein Mandelteig, der zu weichen Kugeln gerollt wird. In die Mitte jeder Kugel wird ein Stück Mandel gesteckt, aber nicht ganz durch, so dass es an der Oberfläche noch sichtbar ist. Sheqerpare werden gebacken und in süßem Zitronenwasser eingeweicht. Diese Süßspeise ist besonders in Albanien beliebt.
Tulumba – Churros aus Nordmazedonien

Tulumba ist am ehesten mit den Churros aus Spanien zu vergleichen. Dieses frittierte Gebäck stammt aus dem Osmanischen Reich und ist heute in der gesamten Balkanregion, vor allem aber in Nordmazedonien, zu finden. Der Teig wird durch Spritzbeutel in dicke, längliche Röllchen gespritzt und anschließend in heißem Öl frittiert, bis sie goldbraun und knusprig sind. Nach dem Frittieren wird Tulumba in Sirup getränkt, dem manchmal Zucker und Zimt hinzugefügt werden. Außer in Nordmazedonien findet man Tulumba im Miniformat auch in Teilen Albaniens und Serbiens.
Mekitsa – bulgarische Donuts

Mekitsa, auch bulgarischer Donut genannt, ist ein frittiertes Fladenbrot mit Joghurt. Der Teig wird zu flachen, runden oder unregelmäßigen Formen geformt und anschließend in heißem Öl frittiert, bis er goldbraun und knusprig ist. „Mek“ bezieht sich auf die weiche Konsistenz dieses Gebäcks, das gewöhnlich mit Honig, Marmelade oder Puderzucker bestrichen wird. Mekitsa kann auch herzhaft sein, zum Beispiel mit Käse (meist bulgarischer Sirene-Käse) oder Ajvar. Man findet Mekitsa in vielen Cafés und Bäckereien in Bulgarien und in einigen Teilen Serbiens und Nordmazedoniens.
Kifle – Balkan-Croissants

Kifle ist die Balkan-Variante des französischen Croissants. Sie sind aber weniger buttrig und haben oft eine fluffige, weiche Konsistenz. Ursprünglich stammen sie aus der österreichisch-ungarischen Monarchie, werden aber heute auf dem gesamten Balkan auf unterschiedliche Weise zubereitet. Kifle werden aus Weizenmehl zubereitet und schmecken daher eher nach Brötchen als nach Gebäck. Sie werden sowohl süß als auch herzhaft zubereitet. Typische Füllungen für süße Kifle sind Marmelade, Schokolade, Mohn oder Walnüsse. Herzhafte Kifle werden häufig mit Käse oder Schinken gefüllt. Manchmal werden sie mit Eigelb bestrichen und mit Sesam oder grobem Salz bestreut, was ihnen eine schöne goldbraune Kruste verleiht.
Flija – Schichtgebäck

Flija, auch Flia oder Fli genannt, ist ein traditionelles Schichtgericht aus dem Kosovo und Albanien, das aus mehreren dünnen, nacheinander gebackenen Teigschichten und Sahne besteht. Der Teig besteht aus Mehl, Wasser, Salz und gelegentlich Eiern. Eine Mischung aus Joghurt, Butter und Sahne dient als Füllung zwischen den einzelnen Schichten. Der Teig wird dünn auf eine große runde Backform oder eine spezielle Eisenplatte gestrichen. In Streifen werden immer wieder kleine Teigmengen aufgetragen, so dass ein besonderes Muster entsteht. Nach jeder Schicht wird das Ganze über offenem Feuer oder mit einem Glutdeckel gebacken. Der Schicht- und Backvorgang wird so lange wiederholt, bis die Flija fertig ist.



