Planetary-Health-Snacks – Für Gesundheit und Umwelt

Gastro Trends

In der heutigen Zeit, in der sich die Konsumenten immer stärker für die Auswirkungen ihrer Nahrungsmittel auf die Umwelt interessieren, aber ebenso für ihre Gesundheit, gewinnt die Planetary-Health-Diet zunehmend an Bedeutung.

Planetary Health Diet

Planetary Health Diet Diagramm
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Die Planetary-Health-Diet ist eine Ernährungsweise, die darauf abzielt, die Gesundheit des Menschen zu verbessern, aber auch die Umwelt zu schützen. Sie wurde von einer Gruppe von Wissenschaftlern entwickelt, um eine ausgewogene Ernährung zu fördern, die sowohl für den menschlichen Körper als auch für den Planeten nachhaltig ist. Das Ernährungskonzept basiert auf einer hauptsächlich pflanzlichen Ernährung, die den Konsum von gesunden Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen betont. Gleichzeitig soll der Verzehr von Fleisch und anderen tierischen Produkten reduziert werden, um die Umweltauswirkungen der Lebensmittelproduktion zu verringern. Die Planetary-Health-Diet setzt auch auf eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen und fördert eine umweltverträgliche Landwirtschaft. Mit dem Update Planetary Health Diet 2.0 im Jahr 2025 wurde das Konzept wissenschaftlich aktualisiert und stärker auf gerechte sowie nachhaltige Ernährungssysteme ausgerichtet. Gleichzeitig wurde die empfohlene tägliche Energiezufuhr leicht von 2.500 auf etwa 2.400 Kilokalorien angepasst, während der überwiegend pflanzliche Ernährungsansatz grundsätzlich bestehen bleibt.

Nachhaltigkeit als Kaufkriterium

Rastaurant Nachhaltig
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Nachhaltigkeit spielt weiterhin eine wichtige Rolle bei der Auswahl von Lebensmitteln. Laut aktuellen Studien nennen 75 % der Verbraucher den Klimawandel als relevantes Thema beim Konsum, während 31 % bereit sind, für nachhaltigere Produkte mehr zu bezahlen. Gleichzeitig achten 79 % der Deutschen beim Einkauf auf saisonale Lebensmittel und 77 % auf Regionalität. Auch der Ernährungsstil verändert sich: 37 % der Deutschen bezeichnen sich inzwischen als Flexitarier und reduzieren bewusst ihren Fleischkonsum.

Nachhaltige Speisekarte

Nuss Salat
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Die Speisekarte auf die Planetary Health Diet abzustimmen, ist für die Gastronomie eine Möglichkeit, das wachsende Bedürfnis der Konsumenten nach nachhaltiger Ernährung zu befriedigen. Das heißt konkret: weniger tierische Produkte, mehr saisonale pflanzliche Produkte aus regionaler Erzeugung, mehr Hülsenfrüchte, nachhaltigere To-go-Verpackungen.

Mensen als Vorreiter

Mensa Nachhaltig
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Viele Mensen sind hier schon Vorreiter. Ein Beispiel für die praktische Umsetzung der Planetary Health Diet ist die Mensa des Studierendenwerks Niederbayern/Oberpfalz. Seit 2026 gibt es dort eine spezielle PHD-Menülinie, bei der täglich gekennzeichnete Gerichte angeboten werden, die sich an den wissenschaftlichen Empfehlungen der Planetary Health Diet orientieren. Die Rezepte wurden gemeinsam mit ProVeg International analysiert und angepasst, sodass ein Mittagessen etwa 25 % des täglichen Nährstoffbedarfs nach PHD-Richtlinien abdeckt und stärker auf pflanzliche Zutaten wie Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide setzt, während tierische Produkte reduziert werden.

Nachhaltige Kitas und Schulkantinen Essen auf Basis der Planetary Health Diet

Schulmensa
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Das Projekt „Nachhaltig satt – ressourceneffizient verpflegen in der sozialen Arbeit“ des Der Paritätische Gesamtverbands unterstützt bundesweit rund 30 Kitas und Schulen dabei, ihre Verpflegung schrittweise klimagesünder auszurichten. Grundlage ist eine Speiseplanung nach Prinzipien der Planetary Health Diet mit mehr pflanzlichen Zutaten, weniger Fleisch sowie regionalen und saisonalen Produkten. Zusätzlich werden die Einrichtungen bei der CO₂-Bilanzierung ihrer Verpflegung unterstützt, Küchen- und pädagogisches Personal geschult und Maßnahmen wie die Reduktion von Lebensmittelabfällen, nachhaltige Beschaffung und Ernährungsbildung umgesetzt.

So schmeckt die Zukunft

DussmannHaus_Ursprung
© Dussmann Service Deutschland GmbH

Der Caterer Dussmann Group bringt in seinem Restaurant Ursprung in Berlin die Planetary Health Diet dauerhaft auf die Teller. Das Konzept verbindet eine überwiegend pflanzenbasierte Küche mit Zutaten aus ökologischem oder regenerativem Anbau und möglichst kurzen Lieferketten. Ziel ist eine Ernährung, die sowohl die Gesundheit der Gäste unterstützt als auch die Belastung für Klima und Ressourcen reduziert. Fleisch wird deutlich sparsamer eingesetzt und, wenn vorhanden, stammt es aus verantwortungsvoller Tierhaltung. Auf der Speisekarte stehen etwa Gemüseeintöpfe, Bowls und täglich wechselnde Mittagsgerichte, die wahlweise mit oder ohne Fleisch angeboten werden Auch in der Gemeinschaftsverpflegung setzt das Unternehmen das Konzept um: Unter der Marke Planetbased integriert Dussmann Elemente der Planetary Health Diet in Betriebsrestaurants und Kantinen. Ein Beispiel ist die Gastronomie von Mercedes-Benz Group, die gemeinsam mit dem Caterer daran arbeitet, das Angebot stärker pflanzenbasiert auszurichten und gleichzeitig gesunde Ernährung sowie Klimaschutz in den Mitarbeiterrestaurants zu fördern.

Planetary-Health-Kantine bei Mercedes

Mittagessen Kantine Mensa Arbeitnehmer
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Die Mercedes-Benz-Gastronomie GmbH bietet seit diesem Frühjahr 2024 ihren Beschäftigten ein ganzheitliches, pflanzenbasiertes Speisenangebot nach Planetary-Health-Kriterien an. Dabei sind rein pflanzliche Gerichte am preiswertesten. Die umgebauten Speiseräume laden zusätzlich zum Verweilen ein, die Klimabilanz jedes Gerichts wird kommuniziert und es gibt Mehrwegbehältnisse zur Mitnahme von Speisen und Getränken. Der Eigenregiebetrieb produziert rund 20.000 Essen täglich. Geschäftsführer Moritz Mack berichtete nicht ohne Stolz, dass der überwiegende Anteil seiner männlichen Belegschaft laut einer Mitarbeiterbefragung das neue Essenskonzept mit vielen regionalen Zutaten und hohem Bioanteil gutheiße, weil es einfach gut schmeckt.

Nachhaltiger Quick-Service

Vegane Burger Verpackung Nachhaltig
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Auch im Bereich Quick Service gibt es viele Beispiele, die sich um eine nachhaltige Ernährung auch bei Snacks und kleinen Mahlzeiten bemühen. Viele Quick-Service-Restaurants, wie Dean & David oder Natoo im Frankfurter Flughafen, setzen auf Speisen & Getränke, die über kürzestmögliche Lieferantenwege und unter Einhaltung größtmöglicher Frische befördert werden und die Veganismus und Vegetarismus noch stärker in den Mittelpunkt stellen. Peter Pane verkauft inzwischen jeden vierten Burger vegan oder vegetarisch aus frischen und regionalen Alternativen.

 

Quellen: PwC: Voice of the Consumer Survey 2025; BMEL Ernährungsreport 2025

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