Ernährungstrends 2024: Convenience & Essen to go

Gastro Trends

Die beiden Trends Convenience Food und Essen to go erleben laut Nutrition Hub einen dynamischen Aufschwung und betreffen dabei fast alle Bevölkerungsgruppen: berufstätige Eltern, Singlehaushalte, Studierende sowie Senioren. Trotz eines anspruchsvollem Alltags müssen mit Convenience Produkten und Gerichten to go immer weniger Abstriche bei einer gesunden Ernährung gemacht werden.

Gesünder, nachhaltiger und pflanzenbetonter

verschiedene vegane Gerichte
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Der Trend zu ‘gesünder’, ‘nachhaltiger’ und ‘pflanzenbetonter’ verstärkt sich auch bei Convenience Food und Essen to go. In Zukunft wird nicht weniger gekocht, sondern der Kochalltag wird dank Smart Home & KI digitaler und effizienter. Das lässt mehr Zeit für gemeinsame Esserlebnisse. Gute Produkte, digitale Vernetzung und smarte Technologien reduzieren lästigen Aufwand und Zeitinvest. Bestärkt wird der Trend durch sich wandelnde Geschlechterrollen, den Wunsch nach größerer Flexibilität, häufiges Unterwegs-Sein und Veränderungen der Haushaltsgrößen. In den letzten Jahren hat sich das Lebensmittelsortiment enorm vergrößert, wie sich beispielsweise an der großen Vielfalt an pflanzenbasierten Tiefkühlprodukten im Supermarkt zeigt. Ansprüche werden vielfältiger und Lösungen wie zum Beispiel nutritiv verbesserte Fertigprodukte (“Freshvenience”) oder Konzepte für Zuhause wie “Guided Cooking” sind auf dem Vormarsch.

Smart Home, KI und soziale Medien als Alltagshelfer

Rezept Tablet Kochen Smart Home
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Smart Home und KI werden große Alltagshelfer sein. Digitale Assistenten und Chatbots werden konzeptionelle Arbeit abnehmen und Antworten auf die Frage “Was koche ich denn heute?” liefern. Geräte wie der Airfryer und der Thermomix aber auch Lieferdienste und eine Vielzahl von Apps entlasten Haushalte in der Essensplanung und Zubereitung und lassen mehr Zeit für ein gemeinsames Esserlebnis in stressigen Alltagen. Soziale Medien werden in Zukunft eine größere Rolle in der personalisierten Ernährungs- und Lebensmittelkommunikation einnehmen. Der Trend Convenience Food & Essen to go zeigt sich unter dem Stichwort Meal Prep. Auf sämtlichen Social-Media-Kanälen gibt es kulinarische Antworten auf die Alltagsfrage ,,Wie kann ich mich trotz beschäftigtem Lebensstil gut ernähren?”

Gesundheit, Nachhaltigkeit und Genuss im Vordergrund

Bowl Vegan Quinoa Kidneybohnen Avocado
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Viele der befragten Experten berichten von spürbar steigenden Ansprüchen seitens der Verbraucher für Convenience Food & Essen to go. Früher stand dieses für schnelle Sättigung mit Abstrichen beim Geschmack, heute müssen zusätzlich die Aspekte Gesundheit, Nachhaltigkeit und Genuss stimmen. Dafür sind einige Verbraucher bereit, mehr Geld auszugeben, aber nicht unbedingt mehr Zeit aufzuwenden. Mehr als 30 Minuten Zubereitungszeit für eine Abendmahlzeit unter der Woche sollten heutzutage nicht erforderlich sein.

Was verstärkt die Trends Convenience Food und Essen to go?

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  • Emanzipation: Care-Arbeit und Essensversorgung sollen von allen Erwachsenen eines Haushalts getragen werden. Schnelle Mahlzeiten, die auch mit wenig Küchen-Know-How umgesetzt werden können, sind dabei gefragt.
  • New Work: Essen findet heutzutage flexibel statt. Es entwickeln sich neue Essgemeinschaften: Es wird nicht nur am Familientisch zu Hause gegessen, sondern in der Kantine, in der Schule oder im Büro und abends im Freundeskreis.
  • Mobilität: Produkte, mit denen man sich unterwegs trotzdem gut versorgen kann, sind relevant. Diese müssen verzehrfertig, praktisch verpackt, nahrhaft und bezahlbar sein. Gefragt sind gesunde und nachhaltige Angebote, frische Produkte, verschiedene Portionsgrößen und Angebote für individuelle Ernährungsbedürfnisse.
  • Individualisierung: Essen ist zu einer wichtigen Identitätsplattform geworden. Soziale Medien liefern Inspiration für unterschiedliche Lebensstile und Ernährungsformen.

Smart Packaging und Freshvenience

Kochen Smart Home Tablet
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Smart Packaging bietet die Möglichkeit, sich über Allergene, die Kompatibilität mit dem Mahlzeitenplan oder die Herkunft der Produkte einfacher zu informieren. Smart Packaging wird, wie die Ernährungsprofis beobachten, auch komplett anonymisiert mehr Einblicke in das Kaufverhalten von Verbraucher liefern – so zumindest das Versprechen. Zudem sorgen laut der Experten technologische Entwicklungen im Bereich Verpackung dafür, dass auch frischere Produkte mit einem hohen Obst- oder Gemüseanteil länger haltbar sind, zum Beispiel durch Luftdurchlässigkeit oder bestimmte antibakterielle Oberflächen. Auch das kann den gesundheitlichen Wert von Convenience Food & Essen to go verbessern. Bisher wurde seitens der Herstellenden viel daran gearbeitet, Produkte convenient zu machen: Haltbar, gut zu verpacken, einfach zu essen, sensorisch ansprechend und qualitativ sicher. Nun geht es darum, diese Produkte nutritiv zu verbessern.

Smart Home und kluge Technik erleichtern das Kochen

Mann Salat Handy Smart Home
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Convenience Food und Essen to go bedeutet nicht, dass Kochen weniger werden muss. Ein Beleg für diese Entwicklung: Kochen wird laut Aussage der Experten mehr zum Entertainment, dafür reduziert sich der Aufwand beim Drumherum. Guided Cooking ist ein genannter Trend, der in den nächsten Jahren, unterstützt durch smarte Technologie, zunehmen wird. Kreative Rezeptideen von der KI, ernährungsphysiologisch optimiert und abgestimmt auf individuelle Vorlieben, können dazu beitragen, dass Menschen mit wenig Ernährungs- und Lebensmittelkompetenz wieder mehr, gesünder und effizienter kochen. Dabei geht es auch um die Reduktion von Lebensmittelverschwendung, indem Lebensmittel rechtzeitig aufgebraucht werden und eine kreative Resteverwertung stattfindet. Apps zur Mahlzeitenplanung werden Küchengeräte ansteuern können und den Kochprozess entsprechend individueller Ernährungsvorlieben unterstützen.

Über den Report

Der Report “Convenience Food & Essen to go” von NUTRITION HUB liefert Entwicklungen und Prognosen von Ernährungsexperten zu Convenience-Produkten und to go Konzepten der Zukunft. Dafür wurden 23 Ernährungsexperten aus den drei Bereichen Produktentwicklung, Familienernährung und Content Creation qualitativ interviewt. Entstanden ist der Report in fachlicher Zusammenarbeit mit Ökotrophologin Eva-Maria Endres und wird von der Dr. Rainer Wild-Stiftung, dem Deutschen Tiefkühlinstitut e. V. (dti), sowie dem Lebensmittelverband gefördert.

Den vollständigen Report “Convenience Food & Essen to go – Expert Insights 2024” gibt es auf der Nutrition Hub-Webseite: https://www.nutrition-hub.de/reports.

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