Mann mit einer Maske Corona

Konsumentenverhalten in der Corona-Krise

Gastro Trends

Aufgrund der aktuellen Coronakrise ist der Außer-Haus-Markt besonders von der Schließung der Geschäfte betroffen. Die Konsumenten kaufen verstärkt online ein und sind damit auch grundsätzlich zufrieden, so die aktuellen Zahlen des Instituts für Handelsforschung (IFH) Köln.

Gastgewerbe leidet besonders stark

Leerstehende Stühle im Restaurant

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Restaurants, Gaststätten und Hotels sind von der Corona-Krise besonders stark betroffen. Allein im Gastronomie-Segment befinden sich über 120.000 Betriebe in Shutdown. Nach Vapiano musste mit Maredo sogar bereits die zweite große Restaurantkette Insolvenz anmelden. Weil viele Unternehmen der Branche finanziell schwach aufgestellt sind, befürchten Branchenexperten eine Pleitewelle.

Online-Handel mit Lebensmitteln ist ein Profiteur

Lebensmittellieferung Mann mit Korb in der Hand

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Zu den wenigen Profiteuren der Corona-Krise zählt der Online-Handel mit Lebensmitteln und Lieferdiensten, der aber bislang nur einen sehr geringen Gesamt-Marktanteil hat.

Laut der aktuellen Analyse „Lebensmittel online – heute und 2030“ des IFH Köln kaufen aktuell deutlich mehr Konsumenten bewusst online ein, um den stationären Einkauf zu vermeiden.

Dabei wandern am häufigsten Nudeln, Konserven und Reis in den Warenkorb. Zum einen handelt es sich dabei um Lebensmittel, die gut auf Vorrat zu kaufen sind. Zum anderen gibt es bei diesen Produkten ein geringeres Risiko für schlechte Produktqualität.

Konsumenten kaufen verstärkt online und sind mit dem Service zufrieden

Online Einkaufen Frau mit Laptop und Smartphone

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Einkäufe über das Internet werden in der Corona-Krise immer beliebter – das zeigen neue Daten des Corona Consumer Check des IFH Köln. Konsumenten zeigen sich mit Onlinekäufen zufrieden und können sich eine Fortführung des verstärkten Online-Shoppings vorstellen. Die beliebtesten Produktkategorien sind aktuell nicht mehr Hygieneartikel und haltbare Lebensmittel, sondern Kleidung und Schuhe.

Auch in der fünften Woche des durch die Corona-Krise bedingten Lockdowns in Deutschland kann der stationäre Handel nur eingeschränkt und in bestimmten Branchen öffnen. In diesem Rahmen wird der Einkauf über das Internet bei vielen Bürgerinnen und Bürgern immer beliebter – so die Ergebnisse des neuen Corona Consumer Check des IFH Köln. Dabei handelt es sich um einen Trend, der sich fortzuführen scheint, denn fast alle Befragten sind mit den online getätigten Käufen zufrieden und können sich vorstellen, auch weiterhin über das Internet zu bestellen. Im Vergleich zu den Daten des Corona Consumer Check von Mitte März lässt sich eine Verschiebung der beliebtesten Produktkategorien für Onlinekäufe feststellen: Kleidung und Schuhe werden aktuell am meisten online eingekauft.

Verschiebung von stationären Einkäufen auf Onlinekanäle

22 Prozent der befragten Konsumenten haben in der vergangenen Woche Einkäufe, die sie normalerweise im stationären Geschäft tätigen, online erledigt. Vor drei Wochen war das Zurückgreifen auf Onlinedienste für die gewohnten Einkäufe noch deutlich geringer ausgeprägt: Nur 13 Prozent der Befragten gaben an, gewohnt stationäre Einkäufe auf Onlineangebote zu übertragen.

Starke Zufriedenheit der Konsumenten

Frau mit Lieferung Packet in der Hand

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Der Einkauf über Onlinekanäle erfreut sich großer Zustimmung. Eine Mehrheit von 95 Prozent der Befragten geben an, mit dem Kauf zufrieden zu sein. Diese positive Bewertung wirkt sich auch auf das zukünftige Konsumverhalten aus. So können sich 71 Prozent der Befragten vorstellen, den online gekauften Artikel auch weiter über das Internet zu bestellen.

Erwarteter Wandel nach der Krise

Shopping Mall Bangkok Thailand

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In Asien hat eine Nielsen-Studie gezeigt, dass Konsumenten auch nach der Corona-Krise ihre Gewohnheiten ändern wollen und beispielsweise vermehrt zu Hause anstatt auswärts essen wollen. Dabei möchten Sie vermehrt Lieferdienste oder Abholservices in Anspruch nehmen.

Eine erwartete Veränderung spiegelt auch die GIM-Studie zum Thema Corona wider. Demnach sind zwei Drittel der Deutschen davon überzeugt, dass unsere Gesellschaft “nach Corona” eine andere sein werde. Dennoch ist von flächendeckendem Missmut wenig zu spüren: Die überwiegende Mehrheit blickt mindestens verhalten optimistisch oder positiv-gestalterisch nach vorne. Knapp drei Viertel sind überzeugt, das eigene Leben trotz Corona “im Griff” zu haben. Es wird jedoch zwischen der gesellschaftlichen und der eigenen Lage differenziert.

Der überwiegende Anteil der Deutschen versucht derzeit, das Beste aus der ungewohnten Situation zu machen: 83 Prozent stimmen der Aussage zu, dass sie sich “an den kleinen Dingen des Lebens freuen”.

Es verzichten 79 Prozent aller Befragten gerne auf persönliche Freiheiten und Rechte, wenn dies helfe, die Krise zu bewältigen. Dabei werden auch kurzfristige Konsumwünsche häufig zurückgestellt, um mittelfristig den lokalen Einzelhandel nicht zu gefährden. So geben 73 Prozent an, den lokalen Einzelhandel so weit wie möglich zu unterstützen, während lediglich 24 Prozent ihr Einkaufsverhalten zunehmend ins Internet verlagern.

Konsumenten möchten lokale Gastronomie und Handel unterstützen – aber wie?

Leere Terrasse von einem Restaurant mit Tischen und Stühlen

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Konsumenten möchten den lokalen Einzelhandel und die lokale Gastronomie in der Corona-Krise unterstützen. Das ergab ein qualitativer Marktforschungsservice der Beratungsunternehmen Shoplupe, die Konsumenten danach befragt haben, welche Bedürfnisse sie in der Krise haben und welche Erwartungen sie an den lokalen Handel stellen.

Die Fokusgruppendiskussionen ergaben, dass die Verbundenheit mit lokalen Gastronomen bei den meisten Menschen groß ist – auch die Bereitschaft, lokal zu kaufen. Das Problem besteht allerdings darin, dass viele nicht wissen, wie sie dies umsetzen können. An den Schaufenstern wird die Vielzahl an Zetteln mit Telefonnummern und Lieferangeboten häufig nicht wahrgenommen – schließlich ist die Fußgängerzone leer.

Es sei daher wichtig, dass lokale Gastronomen ihren Lieferservice auch publik machen und die Werbetrommel rühren, so das Beratungsunternehmen. Dies solle über digitale Kanäle erfolgen, wie z.B. Facebook, als auch über “alte” Werbeformen, wie Zeitungsbeilagen oder Anzeigen in regionalen Zeitungen.

Kein Kunde erwartet einen perfekten Online-Shop vom Laden um die Ecke

Eine gute Nachricht liefern nun die Fokusgruppen: Kunden erwarten keinen perfekten Online-Shop! Anders als bei den großen Online-Playern, die mit Professionalität und perfekten Shops Vertrauen gewinnen müssen, sei das laut Shoplupe im lokalen Einzelhandel inmitten der Krise nicht so wichtig. Allerdings sei eine klare Kommunikation über Warenverfügbarkeit sowie Lieferzeiten und -kosten unabdingbar. Auch Sicherheit und Auswahlmöglichkeiten beim Bezahlprozess müssten gewährleistet sein.

Kundenkommunikation läuft über Telefon, WhatsApp oder E-Mail

Während sich die meisten Kunden vor drei Wochen noch nicht vorstellen konnten, den Schreibwarenhändler im Nachbardorf beispielsweise zur Bestellung von Schulmaterial anzurufen, so ist dies heute gar nicht mehr so abwegig. Vermeintlich umständliche Kommunikationskanäle, wie Telefon, WhatsApp oder E-Mail, stehen gerade hoch im Kurs und funktionieren bei Stammkunden vor allem für den Bereich der Gastronomie. Viele Menschen haben auch schon Gutscheine erworben, um das lokale Restaurant von nebenan zu unterstützen.

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