Female worker of food delivery service outdoors / snackconnection

Gelieferte Snacks nachhaltig verpackt

Gastro Verpackung

Gelieferte Speisen verzeichnen bereits seit einigen Jahren ein starkes Wachstum. Im Zuge der COVID 19-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens hat sich dieses Wachstum beschleunigt. So bestellen Verbraucher laut einer Studie von Kerry während COVID-19 an allen Wochentagen Essen per Lieferservice. Vor der Pandemie verbuchte hingegen das Wochenende den Großteil der wöchentlichen Bestellungen. Dadurch, dass viele Menschen weniger zur Arbeit pendeln und stattdessen von zuhause arbeiten, ergaben sich auch neue Bestellzeiten, etwa zum Frühstück oder Mittagessen. Es wurden auch mehr Produkte bestellt, da im Lockdown häufig ganze Familien am Esstisch saßen. Hierbei wurden auch mehr Desserts bestellt.

Lieferservice und Take Away produzieren mehr Verpackungsmüll

Two unlabelled takeaway tubs of rich beef goulash with spicy chili peppers served with toasted baguette and plastic spoons on a rustic wooden table with copyspace viewed high angle

© Adobe Stock

Inmitten der Coronakrise sind gelieferte Speisen und Take Away-Gerichte zweifellos gefragt wie nie. Auch im Zuge der schrittweisen Öffnung der Gastronomie nach dem Shutdown wird es wohl eine stärkere Nachfrage nach gelieferten Essen geben als vor der Pandemie; sei es aus Vorsicht oder erfahrener Bequemlichkeit. Damit nimmt auch der Verpackungsmüll für die To Go-Speisen zu. Laut einer Forsa Studie im Auftrag von RaboDirect kaufen 42% der Deutschen mindestens einmal im Monat Essen in Einwegverpackungen, 14% sogar mehrmals im Monat.

Plastikvermeidung und einfache Entsorgung

verschiedene Verpackungen Viking von Duni

© Duni

Auch wenn Sicherheit zurzeit ein wichtiger Aspekt bei To Go-Verpackungen ist, wird die Nachhaltigkeit von Einweg-Verpackungen bald wieder stärker in den Vordergrund rücken. Der steigende Anspruch an nachhaltige Verpackungen zeigt sich auch im Rahmen einer Verpackungsstudie: 90% der Befragten schätzen die Recyclingfähigkeit und die Vermeidung von Plastikmüll als zukünftig relevanter für den Konsumenten ein. Gleichzeitig messen 85% dem Aspekt der problemlosen Entsorgung eine größere zukünftige Bedeutung bei. Auch die weltweit über Kunststoff geführte Debatte spiegelt sich in dem Meinungsbild der Bevölkerung Deutschlands wider. 83% der Deutschen versuchen, die von ihnen im Alltag verbrauchte Kunststoffmenge zu reduzieren. Die Verschmelzung von Nachhaltigkeit – etwa in Form von Verpackungen aus Pappe oder Karton – und einfacher Handhabung durch übersichtliches und informatives Verpackungsdesign wird demnach in naher Zukunft eine wichtige Anforderung an To Go-Verpackungen sein.

Nachhaltigkeit ist ausschlaggebend für Kauf

Verpackung_Take-Away-Zuckerrohr-Schalen_Pacovis

© Pacovis

Die Nachhaltigkeit der Verpackung kann für den Kauf eines Produktes sogar entscheidend sein. Fast 70% der Bundesbürger geben laut einer Umfrage an, bereits zumindest einmal auf den Kauf eines Produktes verzichtet zu haben, weil die Verpackung den Nachhaltigkeitsansprüchen nicht genügte. Fast jeder Fünfte tut das regelmäßig. Die Umfrage zeigt, dass die Verpackung nicht nur eine zentrale Rolle beim Schutz von Produkten spielt, sondern auch für die Kaufentscheidung der Verbraucher von großer Wichtigkeit ist.

Recyclingfähig oder kompostierbar

Menüschale Falafel Reis nachhaltig

© Rausch

2021 werden Verbraucher voraussichtlich stärker auf die Nachhaltigkeit ihrer To Go-Verpackungen achten. Dies können entweder Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen sein, wie Holz, Pappe und Papier, oder welche, die aus recycelten Materialien bestehen, wie etwa rPET. Besonderen Wert legen Verbraucher auf recyclingfähige oder kompostierbare Materialien; die To Go-Verpackung sollte vorzugsweise beides vereinen. Ist dies der Fall, sind Verbraucher oft auch bereit, mehr für die gelieferten Mahlzeiten auszugeben. Die Verpackungen können z.B. aus Bagasse bestehen, einem Abfallprodukt, das bei der Produktion von Zucker aus Zuckerrohr entsteht. Diese bestehen nicht nur aus nachwachsenden Rohstoffen, sondern sind auch kompostierbar und verrotten innerhalb von acht Wochen auf dem heimischen Kompost. Auch Bioplastik (PLA) wird aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und ist kompostierbar. Leider bedarf es hierfür einer industriellen Kompostieranlage, die das PLA zersetzt, da es erst unter Hitzeeinwirkung langsam zerfällt.

Mehrweg Pfandsysteme

Befülltes Mehrweggefässe

Mehrweg-Verpackung

Die nachhaltigste Speiseverpackung ist wahrscheinlich die Mehrwegverpackung. Bei dieser entsteht prinzipiell kein Müll. Inzwischen gibt es auch Mehrwegsysteme für den Lieferservice und das Take Away-Geschäft. Die Mehrwegschalen können mit einem Deckel auslaufsicher verschlossen werden und der Kunde kann die Schale bei jedem Partner des Mehrweg-Systems wieder abgeben. Manche Anbieter haben auch Mehrweg-Besteck im Angebot. Mehrweg-Behälter gibt es z. B. von Rebowl, von vytal oder reCIRCLE. Das Mehrwegsystem eatTAINABLE geht noch einen Schritt weiter und macht das Ausleihen der Mehrwegbehälter für den Kunden kostenlos. Über den am Behälter aufgeklebten QR Code, der in einer App verwaltet wird, kann sich der Kunde, ohne Pfand zu zahlen, ein Mehrwegbehälter ausleihen. Der Gastronom kann per App dann sehen wo sich sein Behälter gerade befindet. Getestet wird das System von sieben Mehrwegpartnern in Ludwigsburg.

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