Verpackungsmarkt im Wandel: plastikfreie Gastronomie

Der Verpackungsmarkt wächst kontinuierlich weiter. Verursacht wird dies laut einer Studie von Smithers Pira durch die Erweiterung der Marktsegmente Fast Food und Fast Casual Dining sowie durch die Zunahme von Lieferdiensten. Satte 222 Tonnen Abfall produziert jeder Bundesbürger pro Jahr laut Umweltbundesamt. Das liegt unter anderem an veränderten Konsumgewohnheiten, z.B. durch den Anstieg von To Go Angeboten und dem vermehrten Konsum von Fertiggerichten.

Neue Gesetze setzen auf Recycling und weniger Plastik

In Deutschland besteht ein weitestgehend funktionierendes Abfall-Entsorgungssystem. Doch auch hier bedarf es Änderungen, um Verpackungsabfälle zu vermeiden und das Recycling zu erhöhen. Daher gilt seit 1.1.2019 ein neues Verpackungsgesetz in Deutschland. Mit dem neuen Gesetzt muss jeder, der Verpackungen erstmals gewerbsmäßig in Deutschland in den Verkehr bringt, am Dualen System teilnehmen und sich dafür zentral registrieren, auch Online-Händler. Es gibt zwar keine Ausnahmeregelungen mehr für kleine Betriebe von den Registrierungspflichten, aber dennoch gibt es zwei Formen der Verpackungen, mit denen Betriebe um eine Anmeldung beim neuen zentralen Register LUCID herumkommen: Mehrwegverpackungen und sogenannte Serviceverpackungen.

Serviceverpackungen werden am Ort der Abgabe an Endkunden befüllt, beispielsweise Fleischerpapier, Brötchentüten und auch Coffee To Go Becher. Auch die Pfandpflicht und der Hinweis auf Einweg oder Mehrwegverpackung für Getränke wurden mit dem neuen Gesetz ausgeweitet. So müssen der Lebensmitteleinzelhandel, aber auch Verkaufsstellen wie Bäckereien oder Metzgereien diese Getränke mit den Worten „Einweg“ oder „Mehrweg“ klar kennzeichnen.

Trinkhalme, Teller & Co.: EU verbietet Einweggeschirr

© HALM Straws GmbH

Das europäische Parlament geht noch weiter und beschloss im März 2019 ein Verkaufsverbot von Einweg-Kunststoffartikeln wie etwa Einweg-Teller, -Besteck, Strohhalme aus Plastik, Fast-Food-Behälter und Becher aus expandiertem Polystyrol ab 2021. Auf dem Markt gibt es aber bereits zahlreiche nachhaltige Alternativen zu Plastik, denn innovative Start-ups sorgen für frischen Wind und dynamisieren den Markt durch neue Entwicklungen. So beschreibt es auch Hanni Rützler in ihrem neuen Food Report 2020. Dabei gibt es biologisch abbaubare Varianten wie  zum Beispiel den Superhalm aus Apfelrester,  Strohhalme aus Zuckerrohr oder Mehrweg-Strohhalme aus Materialien wie Bambus, Edelstahl oder Glas. Der Glas-Trinkhalm HALM beispielweise hat gegenüber den biologisch abbaubaren Trinkhalmen viele Vorteile: wiederverwendbar, extrem stabil, geschmacksneutral und spülmaschinenfest.

Verpackungsfreie und kunststofffreie Alternativen

Supermarkt Jute Beutel Gemüse verpackungsfrei
© Fotolia, Evgeniya-Biriukova

Neben Kunststoffalternativen lässt sich der Plastik-Konsum ganz einfach durch Vermeidung von Verpackungen verringern. Kunststofffreie Gänge im Supermarkt, verpackungsfreie Geschäfte und alternative Verpackungsmaterialien ermöglichen es den Verbrauchern eine aktive Entscheidung über den Kunststoff zu treffen. Aber diese Anreize bergen Herausforderungen. Denn nur wenige würden derzeit die Bequemlichkeit und die Vorteile von Kunststoffverpackungen aufgeben wollen. Eine Lösung sind Mehrwegsysteme, die sich beispielsweise bei Coffee-To-Go Bechern immer mehr durchsetzen. Systeme wie Recup zeigen, dass umweltschonend nicht gleich unpraktisch heißt. Mehrweg-System dieser Art lassen sich auch problemlos in Salat – und Snackbars umsetzen.

Unternehmen sollten jetzt handeln, entweder um sich durch den Wechsel zu akzeptablen Verpackungsmaterialien einen Platz in neu entstehenden kunststofffreien Zonen zu sichern, oder indem sie die Vorteile von Kunststoffverpackungen für ihr Produkt klar aufzeigen und Bedenken hinsichtlich der Verschmutzung mit geeigneten Lösungen ausräumen.

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